There are phases in life when things unfold differently than planned.
Ideas we once held onto lose their certainty, timelines shift, and expectations slowly dissolve. What often remains at first is a sense of uncertainty — and, with it, the question of how to stay open to what might emerge beyond those expectations.
Let Go grew out of such a phase.
Not as an immediate response, but as a gradual movement toward a certain attitude: understanding letting go not as loss, but as opening. As a way of recalibrating perception and allowing space for new directions, new decisions, and new images to appear.
My painting practice has long been rooted in the exploration of inner states.
The canvas is not a place for illustration, but a field that repeatedly confronts me with questions: What happens when I hold on too tightly to an idea? When I begin with a clear image already formed in my mind? When I try to control or force an outcome?
This kind of painting does not function under those conditions. It requires openness, presence, and a willingness to trust the process.
Letting go is therefore central to how I work.
For Let Go, I begin deliberately without a predetermined goal. I work with fluid, diluted acrylic paint, large brushes, and generous, spontaneous gestures — at times using my non-dominant hand to further release control. These initial movements create an open starting point. Only then do I begin to respond: to what has already appeared on the canvas, to tensions, rhythms, and directions that suggest themselves.
The image does not emerge from an idea, but from the process itself.
Rather than anticipating or defining it in advance, I try to listen. To observe where the painting resists, where it opens up, and where it asks to be left alone. In this dialogue, a form of clarity develops — not planned, but slowly revealed.
Material plays a crucial role in this approach.
I work on raw cotton canvas, a surface that conceals nothing. Every trace remains visible: gestures, drips, pauses, and overlaps. There is no erasure, no correction in the traditional sense. This rawness demands attention and honesty. It makes the process legible, turning each painting into an archive of time, movement, and inner attitude.
Let Go is not meant as a final answer, but as an invitation to remain open.
Again and again, it is precisely moments of deviation from what was expected that invite reflection — about direction, intention, and where one actually wants to go.
In life, as in the studio.
The works from the series Let Go are currently available on my website.
Studio Berlin
On a practical level, this new chapter also means that my studio is now back in Berlin.
Here, new works are currently taking shape, and this space has become a place for focus, continuity, and further exploration.
Studio visits are possible by appointment.
If you’re interested in the works or would like to visit the studio, please use the contact form below.
Let Go (Deutsch)
Es gibt Phasen im Leben, in denen sich Dinge anders entwickeln als geplant.
Ideen, an denen man lange festgehalten hat, verlieren ihre Gewissheit, Zeitlinien verschieben sich, Erwartungen lösen sich langsam auf. Was zunächst bleibt, ist oft ein Gefühl von Unsicherheit – und damit die Frage, wie man offen bleiben kann für das, was jenseits dieser Erwartungen entstehen möchte.
Let Go ist aus einer solchen Phase heraus entstanden. Nicht als unmittelbare Reaktion, sondern als langsame Bewegung hin zu einer bestimmten Haltung: Loslassen nicht als Verlust zu verstehen, sondern als Öffnung. Als eine Art, die eigene Wahrnehmung neu auszurichten und Raum für neue Richtungen, Entscheidungen und Bilder entstehen zu lassen.
Meine malerische Praxis ist seit Langem mit der Erforschung innerer Zustände verbunden. Die Leinwand ist dabei kein Ort der Illustration, sondern ein Feld, das mich immer wieder mit Fragen konfrontiert: Was geschieht, wenn ich zu sehr an einer Idee festhalte? Wenn ich mit einem bereits klaren Bild im Kopf beginne? Wenn ich versuche, ein Ergebnis zu kontrollieren oder zu erzwingen? Diese Art von Malerei funktioniert unter solchen Bedingungen nicht. Sie verlangt Offenheit, Präsenz und die Bereitschaft, dem Prozess zu vertrauen.
Loslassen ist deshalb zentral für meine Arbeitsweise. Für Let Go beginne ich bewusst ohne ein vorgegebenes Ziel. Ich arbeite mit stark verdünnter Acrylfarbe, großen Pinseln und großzügigen, spontanen Gesten – teilweise mit der nicht-dominanten Hand, um Kontrolle weiter zu reduzieren. Diese ersten Bewegungen schaffen einen offenen Ausgangspunkt. Erst danach beginne ich zu reagieren: auf das, was bereits auf der Leinwand erschienen ist, auf Spannungen, Rhythmen und Richtungen, die sich andeuten.
Das Bild entsteht nicht aus einer Idee, sondern aus dem Prozess selbst. Anstatt es im Voraus zu definieren, versuche ich zuzuhören. Zu beobachten, wo sich Widerstand zeigt, wo sich etwas öffnet und wo ein Moment danach verlangt, unangetastet zu bleiben. In diesem Dialog entwickelt sich eine Form von Klarheit – nicht geplant, sondern allmählich sichtbar werdend.
Das Material spielt dabei eine zentrale Rolle. Ich arbeite auf roher Baumwollleinwand, einer Oberfläche, die nichts verbirgt. Jede Spur bleibt sichtbar: Gesten, Tropfen, Pausen und Überlagerungen. Es gibt kein Auslöschen, keine Korrektur im klassischen Sinne. Diese Rohheit fordert Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit. Sie macht den Prozess lesbar und verwandelt jedes Bild in ein Archiv von Zeit, Bewegung und innerer Haltung.
Let Go versteht sich nicht als abschließende Antwort, sondern als Einladung, offen zu bleiben. Immer wieder sind es gerade die Abweichungen vom Erwarteten, die zur Reflexion einladen – über Richtung, Intention und darüber, wohin man tatsächlich gehen möchte. Im Leben ebenso wie im Atelier.
Die Arbeiten aus der Serie Let Go sind aktuell auf meiner Website verfügbar.
Studio Berlin
Auf einer praktischen Ebene bedeutet dieses neue Kapitel auch, dass sich mein Atelier nun wieder in Berlin befindet. Hier entstehen aktuell neue Arbeiten, und dieser Ort ist zu einem Raum für Konzentration, Kontinuität und weitere Erkundung geworden.
Atelierbesuche sind nach Vereinbarung möglich.
Bei Interesse an den Arbeiten oder an einem Besuch im Atelier nutze bitte das obenstehende Kontaktformular.